(Der STERN-Sept 1999) - Neubrandenburg: Anfang 1997 stimmte die Präsidentschaft des Distriktes Neubrandenburg einem Plan zu, Hilfssendungen für Waisenkinder in Rumänien zusammenzustellen und vor Ort zu verteilen. Zusammen mit dem Caritasverband für Vorpommern e.V. wurde das Projekt in den folgenden Monaten in die Tat umgesetzt. Im Dezember 1997 war es soweit: ein erster Hilfstransport machte sich von Neubrandenburg Richtung Rumänien auf. (Siehe Der STERN, Juni 1998, „Informationen und Nachrichten", Seite 2).
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| Das Helferteam mit Uwe Wiese im Gemeindehaus Wolgast |
Nach dem Erfolg des Hilfstransportes von 1997 wurde bald darauf geplant, diese Aktion yu wiederholen. Der Hilfstransport im November 1998 wurde unter der Leitung von Bruder Uwe Wiese (2. Ratgeber der Distriktspräsidentschaft) und mit der Unterstützung von Bruder harmut Skibbe sowie des Distriktes Neubrandenburg und verschiedenen weiteren privaten Organisationen durchgeführt.
Im Semptember 1998 wurde begonnen, diese Reise vorzubereiten. Die meisten Probleme gab es bei der Beschaffung eines LKWs. Nach langem Suchen hatte sich die Neubrandenburger Verkehrs AG bereiterklärt, einen LKW für diese Aktion zur Verfügung zu stellen. Das Fahrzeug hatte ein Fassungsvermögen von 80 m3; das bedeutete, wir mußten noch viel mehr Sachspenden sammeln als im vergangenen Jahr, nämlich das Dreifache. Im Oktober 1998 wurde in der Presse dazu aufgerufen, für diese Hilfsaktion zu spenden. Das Echo in der Bevölkerung war sehr groß. Mit den erhaltenen Sachen und den Spenden der Mitglieder aus Schwerin, Neubrandenburg, Rostock, Prenzlau und Wolgast konnte der LKW am 20. November 1998 beladen werden. Vier Tage später brachen Bruder Hartmut Skibbe und Bruder Uwe Wiese nach Rumänien auf.
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| Zwei Familienväter sind die tapferen Truckfahrer: Uwe Wise und Hartmut Skibbe |
Die Fahrt ging quer durch Deutschland, Österreich, Ungarn und Rumänien bis an die moldavische Grenze nach Iasi. Die meiste Reisezeit werde an den Grenzen verloren. Diese Wartezeiten waren meistens angefüllt mit so „wichtigen" Tätigkeiten wie Stempel besorgen, kleine Aufmerksamkeiten an die Zöllner verteilen, Zusatzgenehmigungen vom Bürgermeister aus Iasi faxen lassen, etc. Die letzten der insgesamt 2.300 Kilometer sollten sich auch in diesen Jahr als die schwierigsten erwiesen, denn die Fahrer hatten mit viel Schnee und Glatteis zu kämpfen. Am 28. November erreichten die beiden überglücklich ihr Ziel. Sofort wurde begonnen, mit Unterstützung von zwölf Helfern die elf Tonnen Spenden abzuladen. Die Ladeliste umfasste 44 Möbelstücke, 17 Matratzen, 736 Kartons Textilien, 54 Kartons Schuhe, 21 Haushaltsgeräte, 49 Kartons Lebensmittel, 92 Kartons Spielzeug, 40 Kartons Geschirr sowie acht Kinderfahrräder. Das Abladen fand unter der Aufsicht eines Zöllners statt, der allerdings nur nach ein paar Leckerbissen für sich selber Ausschau hielt und dann verschwand.
Am Sonntag, den 29. November 1998, hatten Bruder Wiese und Bruder Skibbe die Gelegenheit, die Einrichtungen und Familien kennenzulernen, für die die Spenden gedacht waren. Auch konnten die beiden einige Familien besuchen, welche schon im letzten Jahr Unterstützung erhalten hatten. Es war traurig, sehen zu müssen, unter welchen Umständen Menschen mitten in Europa leben müssen. So waren die beiden doch recht froh, ein wenig helfen zu können.
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| Ein gemischter Schulchor aus Iasi bedankt sich für die Spende |
Die Situation in Rumänien und auch in vielen anderen Orten der Welt ist erschreckend. Wenn man es mit eigenen Augen erlebt hat, bewegt es einen mehr, als wenn man nur die Bilder in den Medien sieht. Die Mitglieder in Neubrandenburg wurden daher aufgefordert, nicht aufzuhören, Nächstenliebe zu praktizieren. Es wird bereits ein weiterer Hilfstransport für Ende 1999 geplant.
Die Schwestern der Frauenhilfsvereiningung der Gemeinde Schwerin im Distrikt Neubrandenburg haben diesen Aufruf zum Anlaß genommen, die diesjährige FHV-Gründungsfeier mit einem Basar zugunsten der Hilfsaktion für Rumänien zu begehen.
Viele Geschwister waren dem Aufruf zur Opferbereitschaft gefolgt und hatten großzügig und zahlreich verschiedene Spenden für den Basar gegeben. Eine renommierte Töpferei, zu der in der Vergangenheit Verbindung durch die FHV bestand, stellte Kleinkeramik für den Verkauf zur Verfügung. Für die Vorbereitung dieses ersten Basars wurden unter anderem auch zwei FHV-Wochenaktivitäten genützt: einmal, um an Handarbeiten und Basteleien zu arbeiten, und zum andern, um anregungen und Tips für die praktische Durchführung zu sammeln.
Der Erlös des Basar von 750 DM lag weit über den Erwartungen. Die ganze Summe wird dem Distriktsprojekt „Humanitäre Rumänien-Hilfe" zur Verfügung gestellt, deren dritter Hilfstransport für notleidende und kranke rumänische Kinder und Familien vorbereitet wird.
Für weitere Gemeinden des Distriktes Neubrandenburg ist die Durchführung solcher Wohltätigkeits-Basare für den gleichen Zweck geplant. Wir können zwar nicht alle speisen, die hungrig sind, und nicht alle trösten, die leiden, dennoch trägt jede kleine Opfergabe dazu bei, der immer kälter werdenden Welt mit Wärme und Hoffnung zu begegnen.
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| Aus der "Zeitung für die Landeshauptstadt" |