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| Kraftakt: Christof Reiner beim Rammen der Zaunpfähle. | Längst nicht nur Kraut und Rüben: Die Jugendlichen aus Berlin zeigen den Ostfriesen im Wiegboldsburer Naturgarten was eine Harke ist. | Gehört dazu: Unkraut-Jäten im Gemüsebeet. |
(Der Liahona--April 2002) - Berlin: Während ihrer letztjährigen Jugendtagung halfen die Jugendlichen des Aaronischen Priestertums und der Jungen Damen des Pfahles Berlin beim Wiederaufbau eines Schulbauernhores des Naturschutzbundes.
Hier auf einem ostfriesischen Bauernhof gab es allerhand für die Jugendlichen zu tun. Unter anderem wurden Kartoffeln geerntet, eind Schweinestall entrümpelt, eine Schafweide umzäunt und beim Innenausbau eines Bauernhauses geholfen. Auch wenn es sehr anstrengend und die Hitze unerträglich war, halfen doch alle mit großer Begeisterung. Auch für das geistige Wohl der Tagungsteilnehmer wurde gesorgt. Die Fireside war sehr erbauend und alle lernten eine Menge über die Geschichte der Kirche in Deutschland.
Die Localzeitungen, unter anderem das "Sonntagsblatt", berichteten über diese Tagung.
Aus dem "Sonntagsblatt:"
Sonntagsblatt, 29. Juli 2001, Seite 3
Jugendgruppe aus Berlin arbeitete drei Tage lang auf dem Woldenhof Wiegboldsbur.
Von unserem Redakteur
GONTHER GERHARD MEYER
Mit aller Kraft lässt Christof Reiner den schweren Hammer niedersuasen. Millimeter für Millimeter rammt der Jugendliche den angespitzten Zaunpfahl in die Erde. Nur noch wenige Pfähle und die Schweine können in ihr neues Domizil am Woldenhof in Wiefboldsbur einziehen. Ein paar Schritte weiter durchwühlen weitere Jugendliche den Boden nach Kartoffeln, andere bereiten einen abgeernteten Acker für die nächste Pflanzung vor, entsorgen mit spitzen Fingern Brennnesseln.
Für die christliche Jugend-gruppe aus Berlin ist die Arbeit auf dem Schulbauernhof des Naturschutzbundes (NABU) ungewohnt. Die meisten stammen direkt aus der bundeshauptstadt, einen Bauernhof kennen viele nur vom sonntäglichen Ausflug aufs Land. „Ein paar hatten sogar zuerst Angst vor dem Tier.“
Die 41 Jungen und Mädchen gehören zu den ersten Gästen auf dem Naturschutzhof. Unbarmherzig brennt die Sonne vom Himmel, aber dass scheint hier offenbar niemanden zu stören. Unter dem Motto „Das Leben finden“ haben sich alle einer christlichen Reisegruppe der Kirche „Jesu Christi der Letzten Tage“ angeschlossen. „Wir haben lange nach einer Möglichkeit gesucht, die den Jugendlichen ein Gefühl von Selbstwert und Erfolg vermittelt, in dem sie aktiv an der Erarbeitung eines Projektes teilnehmen, dass der Allgemeinheit dient“, freut sich Jugendgruppenleiterin Kerstin Korpzs über die zahlreiche Teilnahme an dem Projekt.
An drei von insgesamt sechs Tagen haben die 14- bis 18-Jährigen Sommer, Sand und Meer gegen Schweiß, einen schmerzenden Rücken und Muskelkater eingetauscht. Eifrig bestellen sie den Gemüsegarten und bauen Zäune für die Tiere des Vorzeige-Bauerhofes, auf dem sich der NABU um den Erhalt gefährdeter Haustier-Rassen kümmert. Zwei Stuten eines ost´friesischen Warmblutpferdes, Emder Gänse und ostfriesische Milchschafe sind schon da, in den kommenden Wochen werden Bunte Bentheimer Schweine und Federvieh der Rasse Ostfriesische Möwen erwartet. Im nächsten Jahr folge eine Herde des alten scharzbunten Niederungsrindes.
Ziel ist es, den Woldenhof als Arche-Hof von der „Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen“ anerkennen zu lassen. Über die Versorgung der Tiere macht sich Nabu-Regionalbetreuer Matthias Bergmann keine Gedanken. „Obwohl wir noch gar keine Werbung gemacht haben, gibt es shcon Anmeldungen bis 2003.“
Besonders gelungen ist die Zusammenarbeit mit dem Mühlenverein Wiegboldsbur gleich nebenan. Dort haben die Hobby-Müller mit dem Galerie-Holländer bereits die ersten Früchte der schweißtreibenden Arbeit weiterverarbeitet, das Korn zu Mehl gemahlen und im restaurierten Feldbackofen kerniges Brot daraus gebacken. Die selbstgerodeten Kartoffeln gab es zum Mittagessen.
Auf die Berliner Kinder hat der Ausflug aufäs Land unterschiedliche Wirkungen. Die meisten könnten sich nur schwer an den Gedanken gewöhnen, die Großstadtluft mit frischer Landluft einzutauschen. Ihnen fehlt ganz einfach der Trubel und das Angebot Berlins – die U-Bahn und der Kurfürstendamm. „Wenn man in Berlin aufgewachsen ist, ist es schwer, sich an das Leben hier zu gewöhnen“, bringt es Christof Reiner auf den Punktßund hebt den schweren Vorschlaghammer. „Für mich jedenfalls ist das nichts.“